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Christine Arlt

Geboren: 28.06.1979 in Erlangen
Familienstand: ledig
Kinder: keine
Akademischer Grad/Beruf: M.Sc. Dipl.-Ing., Jungwissenschaftlerin


Wissenschaftliche und berufliche Laufbahn:
2000 bis 2005 Studium des Maschinenbaus (Turbomaschinen, Materialwissenschaften) an der Fachhochschule Coburg
2004 Studium der Materialwissenschaften am Institut Universitaire de Poitiers, Frankreich (ERASMUS)
2005 – 2006 Studium der Werkstoffwissenschaften (Kunststofftechnik und Gläser/ Technische Keramiken) an der Universität Erlangen
2006 – 2008 Wissenschaftliche Assistentin und Doktorandin am Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR), Braunschweig

Momentan tätig bei: Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V. (DLR); Institut für Faserverbundleichtbau und Adaptronik, Multifunktionswerkstoffe


Was hat Sie bewegt, eine naturwissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen?
Ich wollte schon immer einen zumindest technischen Beruf ausüben. Das kommt sicherlich nicht zuletzt von meinem Vater, mit dem ich schon als kleines Mädchen aus einer alten Nussschale ein hübsches Boot für uns gebaut habe. Der Weg vom derben Maschinenbau zu den filigraneren Werkstoffwissenschaften bis hin zur Nanotechnologie hat dann sicher nicht zuletzt mit meinen weiblichen Genen zu tun.

Was fasziniert Sie an der Naturwissenschaft?
Für mich sind besonders zwei Dinge spannend: Zum Einen die Möglichkeit, ein klitzekleines bisschen mehr vom Aufbau der Welt zu verstehen (ich habe da auch einen Faible für die physikalischen Theorien). Und zum Anderen besonders in den Werkstoffwissenschaften die Möglichkeiten zu haben, Dinge/Stoffe beginnend mit sehr kleinen Bausteinen völlig neu zu designen.

Welche Eigenschaften braucht man aus ihrer Sicht, um sich für Naturwissenschaften zu begeistern?
Man braucht ein sehr großes Maß an Neugierde. Besonders wichtig ist zudem sicherlich die Kunst, sich immer wieder selbst motivieren zu können. Denn teilweise sind die Abgründe mancher Ergebnisse wirklich tief.

Womit können Sie nach der Arbeit am besten abschalten?
Nachdem ich lieber morgens als abends laufen gehe, fehlt mir nach der Arbeit meist nur ein bisschen Ruhe und ein wunderbarer Wein. Herrlich entspannen lässt sich auch beim Kochen mit Freunden oder im Sommer im Biergarten (die suche ich noch immer vergeblich hier in Braunschweig...).

Was treibt Sie persönlich an?
Meine Motivation kommt aus meiner unersättlichen Neugierde und dem Glauben daran, dass alles möglich ist. Wir können und wissen so viel heutzutage, es macht einfach unheimlich viel Spaß, immer tiefer in den Phänomenen zu graben, Neues zu entdecken und zu schaffen. Die Nanotechnologie bietet dazu aufgrund Ihrer „Größenordnung“ eine perfekte Ausgangsplattform.

Was fasziniert Sie an Carbon Nanotubes und in welchen Anwendungen sehen Sie die CNTs?
Für mich sind CNTs insbesondere die Füllstoffe mit großem Potential für neue Raumfahrtmaterialien. Da hierbei thermische Belastungen der Materialien im Orbit stark im Fokus stehen, können die kleinen Röhren da ganz Großes erreichen. Faszinierend sind dabei die Möglichkeiten des Designs der Funktionalisierung der CNTs und des Designs der CNTs als solche, um diese Röhrchen dann gezielt in die Hochleistungsfaser-verbunde einzubringen. Ich bin sehr gespannt, was wir hier erreichen können.

Die Lösung welches gesellschaftlichen Problems würden Sie gerne beschleunigt wissen wollen?
Da muss ich Herrn Dr. Krüger zustimmen: Die zukünftige Energieversorgung ist tatsächlich eine wahnsinnige Herausforderung. Dieser Teufelskreis der immer mehr beschleunigten Zeit, Arbeit und Wege muss irgendwann in einem totalen Energiekollaps enden oder in der Rückkehr zur absoluten Langsamkeit und Besinnung der Menschheit. Dies sehe ich als jedenfalls echtes Problem.

Wie können Sie am besten entspannen?
Beim extrem „Aktiv-Sein“ oder dem Nichtstun in den Bergen. Die Bergluft und die Ruhe, die nur durch Kuhglocken von den Tälern oder Hochalmen „gestört“ wird, sind gigantisch.