Dr. Jens Helbig
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Geboren: |
09.07.1969 in Forchheim/Ofr. |
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| Familienstand: |
verheiratet |
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| Kinder: |
keine |
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| Akademischer Grad/Beruf: |
Dr. sc. techn., Dipl.-Ing. |
| Wissenschaftliche und berufliche Laufbahn: |
| 1988-1995 |
Studium der Werkstoffwissenschaften an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg
Hauptfach Glas & Keramik, Nebenfächer Polymere und Mechanische Verfahrenstechnik |
| 1995-2000 |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter Professur für nichtmetallische anorganische Werkstoffe an der ETH Zürich |
| 2000 |
Promotion an der ETH Zürich zum Thema "Wet Processing of Ceramic Nanoparticles" |
| 2000-2003 |
Wissenschaftlicher Mitarbeiter und Gruppenleiter am Fraunhofer-Institut für Silicatforschung, Würzburg
Schwerpunkt: Entwicklung von piezokeramischen Fasern, Schichten und Kompositen und dazu gehörigen Herstellverfahren
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| 2003-2008 |
Projektleiter bei Neue Materialien Würzburg GmbH
Schwerpunkt Funktionelle Polymere durch Compounding, Nanokomposite
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| 2008-jetzt |
Projektleiter bei FutureCarbon GmbH |
| 2009 |
Produktionsleitung bei FutureCarbon GmbH |
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| Momentan tätig bei: |
FutureCarbon GmbH, Bayreuth |
Was hat Sie bewegt, eine naturwissenschaftliche Laufbahn einzuschlagen?
Ein gewisser Hang zum Spielen und Experimentieren sowie der Wunsch, den Dingen auf den Grund zu gehen.
Wie sind Sie zur Naturwissenschaft gekommen?
Das ist mir durch meine Eltern sozusagen in die Wiege gelegt worden. Mein Vater war Professor für Physik und meine Mutter Ärztin.
Was fasziniert Sie an der Naturwissenschaft?
Das man irgendwann Ursache und Wirkung, Struktur und Eigenschaften miteinander korrelieren kann. Man braucht nur genügend Geduld, um alle Bausteine zusammenfügen zu können.
Welche Eigenschaften braucht man aus Ihrer Sicht, um sich für Naturwissenschaften zu begeistern?
Neugierde und Spieltrieb.
Welche Stärken sollte man mitbringen?
Geduld und Vorstellungskraft. Und Stehvermögen bei Rückschlägen.
Gibt es etwas, das Sie dem akademischen Nachwuchs mit auf den Weg geben wollen?
Sich durch negative Ergebnisse nicht entmutigen zu lassen. Man muss versuchen, aus jedem Experiment und seinen Ergebnissen Schlussfolgerungen zu ziehen.
Womit können Sie nach der Arbeit am besten abschalten?
Bei einer Tasse Tee oder Kaffee mit einem spannenden Buch.
Was treibt Sie persönlich an?
Neugierde und Spieltrieb, dadurch Spaß an der Arbeit.
Wie hat Sie auf die Nanotechnologie – speziell auf Carbon Nanotubes – gebracht?
Meine Beschäftigung mit der Struktur von Werkstoffen. Ich erkannte, dass die Grenzflächen in Kompositen die entscheidende Rolle spielen. Und wo sind diese Grenzflächen größer als in Nanokompositen? Die CNT kamen dann irgendwann von alleine dazu.
Woher kommt Ihre Faszination für Carbon Nanotubes?
Mich faszinieren die besonderen inherenten Eigenschaften der CNT. Leider ist es bisher nicht gelungen, diese direkt auf Werkstoffe zu übertragen.
Welche Perspektiven sehen Sie für CNT-Anwendungen in Zukunft? Welche Branchen werden dadurch ihr Gesicht verändern?
Ich sehe vor allem Perspektiven für Anwendungen mit mechanisch hochbelasteten Werkstoffen. Wenn es gelingt, die enorme Zugfestigkeit von defektfreien CNT in die Anwendung zu übertragen, sehe ich vor allem in der Architektur und im Verkehrsbereich große Entwicklungsmöglichkeiten. Da werden vollkommen neue Bauweisen und Verfahren entstehen. Auch die Medizintechnik, vor allem Implantate, könnten sich dadurch deutlich verändern.
Welche Rolle sehen Sie für die Innovationsallianz Inno.CNT im Entwicklungs- und Umsetzungsprozess?
Die Inno.CNT ist für die Anwender und die Hersteller von CNT und CNT-haltigen Materialien eine einmalige Chance, das Potenzial der CNT zu erkunden und die Parameter kennen zu lernen, an denen man in Zukunft arbeiten kann und muss. Vielleicht wird man nicht jedes gesteckte Ziel erreichen, aber man wird gelernt haben, an welchen Stellen man weitermachen muss, um alle Eigenschaften der CNT ideal zu nutzen.
Die Lösung welches gesellschaftlichen Problems würden Sie gerne beschleunigt wissen wollen?
In Deutschland und weltweit bedrückt mich vor allem die ungleiche Verteilung von Chancen für die Menschen. Für mich ist es ein besonderes Anliegen, dass alle Menschen die gleichen Möglichkeiten bekommen, unabhängig von Stand und Vermögen. Dazu ist es in meinen Augen notwendig, dass alle Menschen Zugang zu möglichst guter Bildung haben und ihnen dieser nicht durch finanzielle, gesellschaftliche oder regionale Hürden verbaut wird. Deswegen sollte unsere Gesellschaft noch stärker als bisher in Bildung investieren und vor allem auch Kinder aus sogenannten bildungsfernen Milieus stärker fördern.
Welche historische Person schätzen Sie besonders?
Als Wissenschaftler schätze ich Richard P. Feynman ganz besonders. Er hatte in einem besonderen Maße den für einen guten Wissenschaftler notwendigen Spieltrieb.
Wie können Sie am besten entspannen?
Zusammen mit Freunden über Gott und die Welt diskutieren.
Was würden Sie auf eine einsame Insel mitnehmen?
Nicht „was“, sondern „wen“: meine Frau.
Wie lautet Ihr persönliches Lebensmotto?
Nimm dich selbst nicht zu ernst.
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